Clanlos im Gamesall

Externe Grafikkarten, auch eGPU-Docks genannt, sind keine neue Idee. Bereits vor über 10 Jahren gab es vereinzelte Versuche, Laptops mit solchen Geräten auszustatten. Dies scheiterte allerdings an den Leistungsmöglichkeiten der damaligen Technik, insbesondere an der Datenübertragung. Mit dem neuen Standard Thunderbolt 3 hat sich das geändert. Für wen lohnen sich externe Grafikkarten und welche Vorteile bieten sie?

Für wen lohnen sich eGPU-Docks?
Laptops haben in den letzten Jahren den klassischen Personal Computer den Rang abgelaufen. Sie sind dank des integrierten Akkus überall einsetzbar, leicht zu transportieren und nehmen zuhause nur wenig Platz weg, der sich leicht frei räumen lässt. Doch dafür müssen einige Nachteile akzeptiert werden. So lassen sich Laptops nur sehr begrenzt nachrüsten und da die notwendige Belüftung fehlt, können einige Komponenten nicht so leistungsstark wie in einem Personal Computer ausgeführt werden. Das gilt vor allem für Grafikkarten, die im Hochleistungsbereich und bei Gamingmodellen oft eine aktive Kühlung benötigen.

Diese gute Kühlung ist bei externen Grafikkarten möglich, da es ausreichend Platz für einen oder mehrere Lüfter und große Kühlrippen gibt. Das Leistungsvermögen eines Laptops lässt sich somit deutlich steigern, was vor allem für Gamer eine interessante Möglichkeit ist. So lassen sich Laptops für aktuelle High-End-Spiele aufrüsten oder mittelpreisige Modelle, wo die Grafikkarte häufig eine Bremse in der kompletten Systemleistung darstellt, nachträglich für gute Spiele nachrüsten. Preisintensive eGPU-Docks bieten zudem weitere Anschlüsse, mit denen der Laptop nachgerüstet werden kann. Da der Laptop ohne externe Grafikkarte weiter voll einsatzfähig bleibt, bleiben die Vorteile weitestgehend erhalten.

Was sind externe Grafikkarten?
Eine externe Grafikkarte übernimmt in erster Linie die Aufgabe einer internen Grafikkarte. Sie wandelt die Signale, die der Hauptprozessor im Zusammenspiel mit anderen Bauteilen erstellt, in Bildsignale um und übergibt diese an einen Monitor. Der Aufbau eines eGPU-Docks ähnelt sich bei jedem Modell. Im Inneren des oder auf dem eGPU-Dock befindet sich ein vierfach angebundener PCIe x16-Slot, an dem jede handelsübliche Grafikkarte eingesetzt werden kann. Je nach Leistungsvermögen des eGPU-Docks kann es hierbei Einschränkungen beispielsweise bei der maximal möglichen Leistungsaufnahme geben, die in den technischen Daten vermerkt sind. In den meisten Systemen ist genug Platz, sodass größere Grafikkarten ebenfalls Platz finden. Die äußere Optik kann sich dagegen deutlich von Modell zu Modell unterscheiden. Es gibt einfache Modelle bis hin zu optisch anspruchsvollen Geräten mit einem Seitenfenster sowie leuchtenden oder blinkenden LEDs.

Der Anschluss einer externen Grafikkarte
Externe Grafikkarten werden über einen USB-C-Stecker und ein entsprechendes Kabel an eine Schnittstelle am Laptop angeschlossen, die Thunderbolt 3 unterstützt. Aktuell gibt es dafür einige hundert Modelle. Die Datenübertragung erreicht mit 40 GBit/s das Vierfache eines herkömmlichen USB 3.1 Gen 2-Anschlusses und ist über 22-mal so schnell wie USB 2.0.

Was bieten eGPU-Docks sonst noch?
Einfache externe Grafikkarten bestehen ausschließlich aus der Schnittstelle für die eigentliche Grafikkarte, dem Anschluss für das Kabel und die zwingend notwendigen Bauteile für die Aufgabenverwaltung. Darüber hinaus bieten die verschiedenen Hersteller aber noch weit mehr Modelle an. Dazu gehören Geräte mit allen möglichen Anschlüssen, die es üblicherweise bei einer herkömmlichen Dockingstation für Business-Laptops gibt. Häufig zu finden sind zwei oder vier weitere USB-Anschlüsse, die dem Standard USB 3.0 entsprechen, eine eigene Stromversorgung und eine Gigabit-Netzwerkbuchse. Einige Modelle bieten einen Festplattenschacht für SSDs und/oder HDDs. Da 40 GBit/s zur Verfügung stehen und selbst bei hochauflösenden Wiedergaben nur wenig davon genutzt wird, lässt sich die Leistung dieser Komponenten sehr gut nutzen.

Welche Modelle werden angeboten?
Fast alle größeren Anbieter von Computertechnik bieten externe Grafikkarten an. Der HP Omen Accelerator unterstützt Grafikkarten mit einer Leistungsaufnahme von 300 Watt und ist mit einem 2,5 Zoll großen Festplattenschacht (HDD/SSD), fünf USB-Ports und einer Ethernetschnittstelle gut ausgestattet. Mit 500 Watt ist das Netzteil ausreichend groß. Optisch einmalig und für so gut wie alle Grafikkarten ist der Asus ROG XG Station 2 geeignet, der zudem eine witzige Beleuchtung sein Eigen nennen darf. Wer an chronischem Steckdosenmangel leidet, kann sich die Gigabyte Aorus GTX 1070 Gaming Box anschauen, der bei Bedarf das Laptop über die eigene Stromversorgung und einem 450 Watt starkem Netzteil auflädt. Weitere interessante Modelle sind der Razer Core, PowerColor Devil Box, Zotac eGPU-Dock, Mantiz MZ-02 (Venus) und Akitio Node.